18.09.2003

Oststadtfest - Wieder gegründete Bürgerinitiative Ost-Stadt lädt zur Planie-Fete ein. Infos und Unterhaltung satt

Freiluft-Sause statt Verkehrsgebrause

VON HEIKE KRÜGER

Wird am Samstag zum Tummelplatz für junge und alte Festbesucher: die Reutlinger Planie. GEA-FOTO: ANDREAS DÖRR
Wird am Samstag zum Tummelplatz für junge und alte Festbesucher: die Reutlinger Planie.
GEA-FOTO: ANDREAS DÖRR


REUTLINGEN. Für die Reutlinger Oststädter ist es geradezu legendär: das rauschende Quartier-Fest, das vor nunmehr zehn Jahren in der Planie gefeiert wurde. Und weil die Erinnerungen an den Event noch wach sind, das Ereignis als solches rundum gelungen war, möchte die wieder gegründete Bürgerinitiative ILOS (Initiative Lebenswerte Ost-Stadt) an gute alte Aktivistenzeiten anknüpfen und mit einer Neuauflage der einst so inspirierenden Party auf sich aufmerksam machen.

Führung und Flohmarkt

Die steigt am kommenden Samstag, 20. September, von 14 bis 20 Uhr in der für den Autoverkehr gesperrten Planie und soll dem Publikum Kurzweil und Information bieten, wie auf einer Pressekonferenz zu hören. Geplant, so ILOS-Mitglied Max Heinzelmann, sind ein geologischer Rundgang (15 Uhr), eine Fußgänger-Rallye durch Fauna und Flora der Oststadt (17 Uhr) und eine Fragebogenaktion zur Wohn- und Lebensqualität zwischen Kaiser-, Karl- und Panoramastraße. Außerdem hat die »Tonne« für 18 Uhr einen Auftritt angekündigt. Es gibt einen kleinen Flohmarkt und Boule für alle Freunde der silbernen Kugeln, eine Trommelgruppe wird für rhythmische und der IKG-Chor für melodiöse Unterhaltung sorgen.

Dass auch die jüngeren Besucher nicht zu kurz kommen - für die Oststädter versteht sich das von selbst. Mit Vorführungen des Circus »Picobello«, Streetball, diversen Kinderspielen und einem Seifenkistenrennen haben die Organisatoren ein abwechslungsreiches Mitmachprogramm angeschubst, das das samstägliche TV-Angebot sicherlich um Längen schlagen wird.

Kneipen mischen mit

Nicht zu vergessen: das leibliche Wohl, für das bestens gesorgt ist. Gleich vier Oststadt-Kneipiers mischen beim Info-Fest mit und werden sowohl Hunger als auch Durst professionell stillen. Und wem's nach süßen Sattmachern gelüstet? Der braucht ebenfalls nicht zu darben. Denn schon jetzt haben etliche Anwohner diverse Kuchenspenden in Aussicht gestellt.

Dabei gilt: Trotz des kunterbunten Drumherums soll der ernste Kern des Freiluft-Events nicht allzu sehr ins Hintertreffen geraten. Ziel und Zweck der Veranstaltung ist es nämlich, Meinungen zu sammeln, Erfahrungen auszutauschen, Mängel zu entlarven und Mitglieder zu rekrutieren. Zumal sich ILOS als offene Gruppe versteht, bei der jeder mitmachen kann, der sich für eine gedeihliche Entwicklung der Ost-Stadt interessiert, sich aktiv für eine solche einsetzen möchte.

»Bei uns ist jeder willkommen«, betont denn auch Günter Schulte, der sich derzeit in der ILOS-Verkehrsgruppe engagiert. Ein im übrigen klassisches Themenfeld für die Verfechter einer lebenswerten Ost-Stadt. Und eine, wenn man so will, riesige Baustelle. Wobei der Arbeitskreis zwischenzeitlich zwei Hauptwünsche formulieren kann: die Umwidmung der Planie zur Fußgängerzone und die schon lange angemahnte Einführung von Tempo-30-Zonen.

Letztere, findet ILOS-Mitglied Karin Zäh, wäre »eine eben so sanfte wie kostengünstige Methode« zur Verkehrsberuhigung. Und Günter Schulte ergänzt: »Im Falle einer Einführung, könnte die Stadt getrost auf den Bau von Radwegen verzichten.«

Sanft und kostengünstig

Außerdem könne ein Gutteil des Durchgangsverkehrs nicht nur ausgebremst, sondern sogar außen vor gehalten werden. Getreu der Devise: Wenn Schleichwege erstmal so richtig unattraktiv sind, werden sie gemieden.

Ob es dazu kommen wird? Noch steht's in den Sternen. Aber, dass die hoch motivierten Oststädter nicht locker lassen werden, ist schon heute klar wie Kloßbrühe. Hinter den Kulissen, heißt es, sei zwischenzeitlich Tuchfühlung mit Verantwortlichen aus der Verwaltung aufgenommen worden. Namentlich beim Baudezernat und beim Verkehrsamt habe man angeklopft. Und die Türen seien geöffnet worden. Vertreter beider Behörden sollen zu den monatlichen ILOS-Zusammenkünften eingeladen werden - zwecks Brainstorming; aber auch um konkrete Maßnahmen in Angriff zu nehmen. (GEA)


© Reutlinger General-Anzeiger 2005
Burgstraße 1-7 | 72764 Reutlingen | Internet: http://www.gea.de | E-Mail: gea@gea.de
Telefon: 07121-302-0 | Fax: 07121-302-677

Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Reutlinger General-Anzeiger.